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Die Budenheimer Rover fuhren vom 23. August bis zum 2. September nach Schweden, um sich zunächst ein paar Tage Stockholm anzusehen und anschließend in Lappland ein Stück des Kungsledens zu gehen. Es war schön, abenteuerlich uns ziemlich kalt. Dafür bekamen wir aber auch keine Mücke zu Gesicht - in einer Gegend, die für ihre Milliarden von Steckmücken berüchtigt ist.
Die erste Überraschung gab es noch in Deutschland. Einer der Rover hatte am Tage vorher festgestellt, daß sein Ausweis seit Monaten abgelaufen war. Da die Gemeindeverwaltung da schon zu hatte, mußte er sich beim Grenzschutz erst einen vorläufigen Ausweis ausstellen lassen. Aber das hat glücklicherweise funktioniert... Wir flogen also zu fünft nach Stockholm und hatten dann drei Tage, um Stockholm zu besichtigen.
Nachdem die Jugendherbergen in der Stadt schon lange ausgebucht waren, konnten wir es doch noch kurzfristig organisieren, im Pfadiheim der Seepfadfinder von Lidingö unterzukommen. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen hatten, ging es erst einmal in die Altstadt von Stockholm. Abends kauften wir ein, kochten uns etwas und spielten noch ein bischen. Am nächsten Tag gingen wir einen guten Teil der Stockholmer Innenstadt ab. Angefangen vom Stadshuset bis hinter zum Djurgården, wo wir Mittag aßen. Anschließend wollten wir eigentlich noch ins Vasa-Museum, aber das war so voll, daß die keinen mehr reinließen. Als machten wir noch Spaziergang über die Insel bis hin zum Kaknästorn, von wo aus man die Stadt schön von oben sehen kann. Das Kartenspiel da oben hat dann doch noch etwas gedauert ... so sind wir anschließend vom Karlaplan aus wieder direkt nach Lidingö zurück gefahren.
Am Samstag haben wir uns dann schon mit Lebensmitteln für die Zugfahrt und die Wanderung eingedeckt, da wir Sonntags in Kiruna ankommen würden und Montags loslaufen wollten. Nachdem wir dann die Rucksäcke gepackt hatten, fuhren wir zum Bahnhof und setzten uns noch etwas am Stadshuset ans Wasser bis der Zug fuhr.
Der Zug sollte eigentlich 17,5 Stunden nach Kiruna brauchen, aber da bei Uppsala wegen Streckenbauarbeiten kein Durchkommen war, mußten wir einen Umweg fahren, der uns etwa zwei weitere Stunden im Zug bescherte. Aber das war auch kein Problem. Wir spielten weiter Doppelkopf ...
In Kiruna angekommen, holte Jan, ein Schlittenhundführer und Cousin von mir, uns vom Bahnhof ab. Wir übernachteten die Nacht bei ihm und Dani im Haus. Den Rest des Tages verbrachten wir mit einkaufen, Kaffee trinken, Hunde füttern, Bogenschießen, Welpen streicheln, für die Wanderung umpacken, Pizza backen und essen. Für die, die um halb eins noch wach waren (fast keiner :-) ) gab es noch ein Nordlicht zu bestaunen. Es war auch das einzige, was wir zu Gesicht bekamen, da wir bei der Wanderung immer früher im Bett waren und nachts tunlichst nicht aus den Schlafsäcken wollten.
Montags ging es dann los. Wir fuhren noch etwa zwei Stunden mit dem Zug nach Arbisko Touristenbahnhof und betraten dann kurz nach 12 Uhr den Kungsleden. Obwohl das Thermometer am Bahnhof nur 6° C anzeigte, war es noch schön warm. Die Sonne schien und der Wind wurde durch den Bewuchs gebremst. Wir durchwanderten den Arbisko-Nationalpark, an der Hütte vorbei und dann noch einen kleinen Anstieg von ca. 300-400 Höhenmetern. Oben gingen wir noch ein paar Kilometer und suchten dann nach einer geeigneten Stelle zum übernachten, die einigermaßen Windgeschützt liegen sollte und in der Nähe von Wasser zum Kochen liegen sollte. So langsam war auch die Sonne am untergehen und auf der Höhe (immernoch ein Tal) wehte ein kalter Wind. Außerdem waren wir von unserem ersten Wandertag schon ziemlich geschafft. Wir bauten dann die Zelte auf und kochten uns Nudeln mit einer Soße, die wir mit frischen Pilzen aus dem Nationalpark verfeinerten.
Am nächsten Tag ging es dann ohne große Höhenunterschiede auf fast 800m Höhe weiter durch das langgestreckte Tal, durch das der Kungsleden (Königspfad) führt. Wir wanderten an einem langgestreckten See zur Alesjaure, wo wir eine kurze Rast einlegten und dann noch ca. 7 Kilometer weitergehen wollten. Auf dem folgenden Stück trafen wir noch ein deutsches Pärchen, das na dem Tag auch etwa so weit wollte wie wir. Wir haben uns dann in den folgenden Stunden und auch am folgenden Tag immer wieder gesehen. Im Tal wehte ein eiskalter Wind, so daß wir bei jedem Stehenbleiben sofort froren. Glücklicherweise hatten wir uns dafür entschieden, schon vor dem Anstieg die Zelte aufzuschlagen. Der Grießbrei war glücklicherweise relativ schnell gemacht, so daß wir schon bald in unsere Schlafsäcke konnten.
Mittwochs ging es dann erst einmal ein paar hundert Meter hoch, um dann nach ein paar Kilometern wieder auf ca. 800m runter ging. Auf der Höhe kamen wir in Schneetreiben. Der Wind blies die Flocken teilweise waagerecht. Nach dem kleinen Abstieg klarte es aber wieder etwas auf. Als Nachtquartier hatten wir eine Stelle bei eine Nothütte, in der wir windgeschützt kochen konnten. Leider war die Schweißnaht an einem der Trangias nicht dicht, so daß einer der Reistöpfe nach dem vergällten Spiritus schmeckte.
Der vorletzte Wandertag führte uns dann vom Kungsleden weg in Richtung Osten zur Kebnekaise Bergstation. Der Kebnekaise ist mit 2113 Metern der höchste Berg Schwedens. Ursprünglich hatten wir gedacht, daß wir, wenn wir jeden Tag etwas weiter gehen, vielleicht noch einen Tag hätten, um ihn zu besteigen. Aber zum Einen waren die 20 km mit über 20 kg Gepäck genug (Zelte, Kocher, Spiritus und Lebensmittel für 5 Tage wiegen schon einiges) und zum Anderen war der Kebnekaise schon seit Tagen schneebedeckt und uns war auch so schon kalt genug. Also gingen wir noch ein paar Kilometer weiter weg von der überfüllten Hütte. Ab da war es vorbei mit der Einsamkeit, da Horden von Schweden dorthin unterwegs waren. Das Tal ist wieder bewaldet und wir fanden auch bald ein schönes Plätzchen.
In der Nacht fielen dann noch ein paar Zentimeter Schnee, so daß wir an unserem letzten Wandertag im Schnee frühstückten. Da aber wieder die Sonne schien, war der Schnee nach ein paar Stunden wieder weg. Wir kamen dann schon ziemlich früh mittags in Nikkaluokta an, wo uns Jan dann abholte. In dieser einen Woche sind wir 104km weit gekommen. Es war eine schöne Wanderung, aber anschließend weiß man auch wieder ein festes Dach über dem Kopf zu schätzen.
Am nächsten Tag fuhren wir noch nach Kiruna auf den Markt und stiegen Nachmittags in den Zug gen Heimat. Sonntags hatten wir noch ein paar Stunden in Stockholm und landeten abends dann wieder in Hahn - bei mollig warmen 19 Grad.
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